| Die Entwicklung des Feuerwehrvereines (1974-1999) |
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Die Vereinsgeschichte dieser Jahre ist geprägt durch die Aufspaltung des Begriffes "Feuerwehr" in die "öffentliche" Feuerwehr als Einrichtung der Kommunen und sog. Feuerwehrvereine als ideeller, finanzieller und personeller Träger des Feuerwehrgedankens. Diese Aufspaltung wurde den Feuerwehren durch das Hessische Brandschutz- Der Pragmatismus und die tägliche Realität haben auch diesem Gesetz die Kanten abgeschliffen, jedoch ist festzustellen, daß gegenüber den 70-er Jahren mit ca. 90 aktiven Feuerwehrleuten heute knapp 50 übriggeblieben sind, die den Forderungen des Brandschutzgesetzes noch genügen. Das Gesetz verlangt einen hohen Ausbildungsstandard und Professionalität von dem Feuerwehrmann bzw. der Feuerwehrfrau. Auch ihr wurde damals der Zugang zur aktiven Laufbahn eröffnet, was sicherlich als Positivum des Gesetzes zu werten ist. Nach 25 Jahren müssen wir feststellen, daß die Gesellschaft und somit auch die Feuerwehr eine große Wandlung durchläuft. In dieser Umbruchphase spielt sich das letzte Viertel-Jahrhundert der Wehr Dillenburg ab, in der Umgestaltung und Anpassung an die Vorgaben des Gesetzgebers. "Ein Verein kann sein" so steht es im Gesetz, muß aber nicht sein. Ein Anklang an diese Rechtssituation kann man im "Dritten Reich" erkennen in der Auflösung der "Feuerwehr" und Umstrukturierung in eine "Feuerlöschpolizei", aus einem Vorstand wurde ein Führerrat, alle Wehrmänner vereidigt am Freitag, dem 4. Mai 1934. Zugleich erfolgte mit dem Brandschutzgesetz in Hessen eine kommunale Neuordnung, in der die kleinen Gemeinden ihre Selbständigkeit verloren und an die Städte bzw. Kerngemeinden angebunden wurden. Eine Gemeinde hat nur eine "öffentliche" Feuerwehr, die dem Ortsbrandmeister bzw. Stadtbrandinspektor als verlängertem Arm des Bürgermeisters und der Ordnungsverwaltung untersteht. So war es nach der Berufung des Dillenburger Wehrführers und Hauptbrandmeisters Karl Heinz Hatzfeld zum Stadtbrandinspektor durch den Magistrat der Stadt Dillenburg, Ludwig Isbach sen. wurde zum Stellvertreter ernannt. Erste Pflicht: einen Satzungsausschuß zu berufen, um die Vorgaben des Gesetzes zu erfüllen. Dieser Ausschuß unter Leitung des Stadtbrandinspektors erarbeitete einen Entwurf für die "Satzung für die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Dillenburg" kurz "Feuerwehrsatzung" genannt, die dann am 19.6.1975 als Teilbestand der Ortssatzung von der Stadtverordnetenversammlung akzeptiert und zu diesem Zeitpunkt in Kraft gesetzt wurde. Der aufmerksame Leser wird im Text nicht " die Feuerwehr" sondern "Feuerwehren" finden, ein Hintertürchen, das den Ortsteilfeuerwehren noch einen Rest ehemaliger Da der § 18 der Feuerwehrsatzung eine "Kann-Bestimmung" zu "Feuerwehrvereinigungen" enthielt, mußte auch die ursprüngliche Vereinssatzung, die 1934 per Gesetz außer Kraft gesetzt war, nach dem Krieg 1946 wieder auflebte, den neuen Vorschriften angepaßt und überarbeitet werden. Diese zentrale Jahreshauptversammlung innerhalb des Berichtszeitraumes manifestiert eine "Zweigleisigkeit" im Feuerwehrgedanken, zum einen, die "Einsatzabteilung" als Organ der Kommune und Ordnungsverwaltung, die nach haushaltsrechtlichen Kriterien über keinerlei finanziellen Eigenmittel verfügen durfte und über einen Titel "Feuerwehr" in dem kommunalen Haushalt finanziert wurde. Obwohl in Dillenburg, als Positivum im Gegensatz zu anderen Kommunen neben der Ein Kuriosum im Hessenlande: Eine Kommune "vergaß" schlicht und einfach in der Ortssatzung die Alters- und Ehrenabteilung, d.h. diese Feuerwehrleute waren nach Erreichen des 60. Lebensjahres als solche nicht mehr existent, obwohl sie 30 bis 40 Jahre ihres Lebens für die Feuerwehr präsent gewesen waren. Dieser Fehler wurde in Dillenburg nicht gemacht, denn wo sonst, als in einem Verein können diese Kameraden als Veteranen ihre kameradschaftliche Heimat finden ! Seit der "Gründung der Jugendfeuerwehr" (nach BrHLG) im Jahr 1974 obliegt dem Verein "Freiwillige Feuerwehr Dillenburg eV." die finanzielle Unterstützung der Jugendarbeit, ebenso nach Eingliederung des ehemaligen Spielmannszuges des Turnvereins, der in der Feuerwehr eine neue Heimat gefunden hatte, die Trägerschaft des "Feuerwehrspielmannszuges" sowie die Seniorenbetreuung, der in Ehren aus dem Feuerwehrdienst ausgeschiedenen Kameraden. Wie wir heute wissen, und wenn man unsere Alters- und Ehrenabteilung betrachtet, ist das Zwangsausscheiden für einige jung gebliebene Alten (> 60 Jahre) gar nicht so einfach und es juckt einfach noch zu sehr in den Fingern, wenn der Piepser zum Einsatz ruft.
Durch die Pflege der Alters- und Ehrenabteilung werden auch manche schöne, teilweise auch gefährliche Erinnerungen an Einsätze und Begebenheiten für die jungen Kameraden weitergetragen und damit auch ein Teil der Vereinsgeschichte lebendig gehalten. Durch die Gründung und Betreuung der Jugendwehr im Jahre 1974 durch Helmut Menz und Dieter Weyl ist es gelungen, der aktiven Wehr einen hervorragenden und gut ausgebildeten Stamm von Feuerwehrmännern und Frauen zur Verfügung zu stellen. Wehrführer, Zugführer und Leistungsträger der heutigen Wehr sind aus der damaligen Jugendwehr hervorgegangen. Die Jugendarbeit, die 1960 durch Kamerad Willi Hornung initiiert und eingeleitet wurde, hat dadurch eine würdige Nachfolge in der Feuerwehrarbeit erfahren. Auch dies muß als Positivum des Brandschutzgesetzes gewertet werden. Bis zum heutigen Tage hat die Jugendabteilung einen festen Platz in der Geschichte der Wehr und kann im Jubiläumsjahr stolz auf eine 25-jährige Tradition zurückblicken. Mit der vom Vorstand und Satzungsausschuß gemeinsam erarbeiteten Satzung war es gelungen, die Zweigleisigkeit auf das rechtliche Minimum zu beschränken und eine Verzahnung von Vorstand und Feuerwehrausschuß zu gewährleisten. In der Rückschau muß man sagen, hat sich dieses System bewährt, obwohl die heutige Konstellation nicht mehr eine solch enge Verzahnung aufweist wie damals. Nach dem Ableben von Ludwig Isbach sen. mußte Ludwig Isbach jun. die Aufgaben des Vereinsvorsitzenden aus beruflichen und betrieblichen Gründen abgeben. Dieses Amt wurde dann von Dieter Weyl bis zum heutigen Tage wahrgenommen. Karl Heinz Hatzfeld blieb als Ehrenvorsitzender stimmberechtigtes Mitglied in der Vereinsführung bis zu seinem Tode. Im Rückblick hat es in der Vereinsgeschichte viele schöne Stunden kameradschaftlichen Beisammenseins gegeben. Es sind aber nicht nur "Highlights" die die Vereinsgeschichte prägen, unterschiedliche Auffassungen der jüngeren zur älteren Generation, was völlig legitim ist, führten hier und da zu Spannungen, doch immer wieder konnten die Probleme im Kompromiß aus der Welt geschafft werden. Differenzen der jüngeren Kameraden in Einsatzabteilung und Musikabteilung führte im Jahr 1996 dazu, daß die Musikabteilung in der Jahreshauptversammlung einen Antrag auf Ausgliederung als selbständiger Verein stellte und in der entscheidenden Abstimmung die Ausgliederung mit einer Stimme Mehrheit beschlossen wurde.
Die älteren Kameraden akzeptierten dieses demokratische Votum mit Bedauern. So wurde im darauffolgenden Jahr die Regularien der Ausgliederung erarbeitet und mit einer eigenständigen Satzung wurde der "Feuerwehrspielmannszug" nach 23 Jahren Heimat in der Wehr zum selbständigen "Spielmannszug Dillenburg". |

