Fortbildung der International Fire Academy in Dillenburg

Führungskräfte der Feuerwehr Dillenburg bereiten sich auf Einsätze im Tunnel vor

Kürzlich konnte die Feuerwehr Dillenburg Markus Vogt, Instructor der International Fire Academy in der Schweiz, in Dillenburg begrüßen. Die International Fire Academy bildet weltweit Feuerwehrleute für Einsätze in Tunneln und unterirdischen Verkehrsanlagen aus. Im Rahmen einer Fortbildung für Führungskräfte wurden mögliche Einsatzszenarien und die Einsatztaktik in Tunneln betrachtet. Vogt stellte dabei zunächst verschiedene Ereignisse in Tunneln vor. In einer Gruppenarbeit wurde die Brandkatastrophe im Gotthard-Tunnel vom 24.10.2001 mit elf Toten und über 50 Verletzten betrachtet. Besonders sollte dabei das Brandverhalten, zeitweise herrschten Temperaturen von über 1.300 Grad Celsius im Tunnel, die Rauchausbreitung mit Niederschlag von Ruß in mehr als 500 Metern Entfernung und dem Verhalten der betroffenen Menschen, teilweise sind diese an mehreren Notausgängen vorbeigeirrt, analysiert werden. Anhand dieses Beispiels erkläre Vogt die Einsatztaktik "Löschen um zu Retten".

Hier unterscheidet sich die Einsatztaktik der Feuerwehr nämlich von einem herkömmlichen Feuer in einem Wohnhaus. Denn bei einem Feuer in einem Wohnhaus führt die Feuerwehr zunächst eine Menschenrettung durch und beginnt dann mit den Löscharbeiten. Bedingt durch das Brandverhalten in Tunneln ändert sich hier die Taktik der Feuerwehr. Beim Brand im Gotthard-Tunnel konnte festgestellt werden, dass innerhalb von zehn Minuten bereits Temperaturen von über 900 Grad Celsius herrschten. Die aus der Fortbildung gewonnenen Erkenntnisse werden zukünftig in der Einsatztaktik berücksichtigt werden. Um eine solche Katastrophe zu verhindern ist ein schnelles eingreifen der Feuerwehr notwendig. Zu der Einsatztaktik der Feuerwehr gehört die Selbstrettung der betroffenen Menschen aus dem Tunnel. Daher haben wir ihnen hier alle wichtigen Informationen zusammengefasst wie sie sich bei einem Ereignis im Schlossbergtunnel verhalten sollten. Die Fortbildung wurde durch die Stadt Dillenburg finanziert. Auch in den letzten Jahren wurde durch die Stadt Dillenburg bereits Fortbildungen für Führungskräfte angeboten. Ein Hauptaugenmerk lag dabei auf der Bewältigung von Verkehrsunfällen mit eingeklemmten Personen. Für Atemschutzgeräteträger bietet die Stadt Dillenburg seit zwei Jahren die Möglichkeit einer sogenannten Heißausbildung. Dabei haben Feuerwehrleute die Möglichkeit unter realen Bedingungen Brandbekämpfung zu üben und die hohe körperliche Belastung durch die Hitze zu erleben.                        

 

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